Bausatz für 3D-Drucker – Erfahrungsbericht

Lange habe ich überlegt. Als Bastler hatte ich die Entwicklung der ersten 3D-Drucker aufmerksam verfolgt und irgendwann kam der Wandel von „So etwas wäre toll.“ zu „Sowas hol ich mir!“ Aber welchen? Fertiges Gerät, Bausatz oder Eigenbau? Hier ein Erfahrungsbericht über meinen Weg zum 3D-Drucker-Besitzer.

Ich habe meinen 3D-Drucker Mitte 2016 gekauft. Der preisliche Spielraum dieser Fused Deposition Modeling (FDM) Drucker für den Hobbybereich lag etwa bei 200,- bis 1000,- Euro. Am unteren Ende dieser Preisspanne rangierten natürlich diverse Selbstbauten. Anleitungen gibt es zahlreiche im Internet und einige, wirklich detaillierte, als Bücher. Wie zum Beispiel:


Die Anschaffung dieses Buches hat sich für mich sehr gelohnt. Es beschreibt den Weg zum selbstgebauten 3D-Drucker sehr genau und ausführlich. Damit hat es mir auch gezeigt, dass mir die Zeit für eine solches Projekt fehlt.

Ich hatte mich nun also „nur“ noch zwischen den fertig montierten Geräten im Bereich 600,- bis 1000,- Euro und den Bausätzen im Bereich 300,- bis 600,- Euro zu entscheiden. Hier viel die Entscheidung schneller. Zum einen widerstrebte es mir als Bastler, mir ein solches Fertigmodell nach Hause zu holen. Nicht wenn gefühlt das ganze Internet voll mit jugendlichen Makern ist, welche solche Geräte aus MDF-Platten und Teilen aus DVD-Laufwerken bauen. Zum anderen spielte natürlich auch der Preis eine Rolle. Ein Bausatz musste her.

Nach langen und gründlichen Recherchen in einem unüberschaubaren Markt hatte ich endlich ein Modell mit Dualextruder gefunden, welches meine Ansprüche in Sachen Genauigkeit und Bauraum erfüllte. Der Ridgeyard Prusa I3 Dual Extruder.  Noch ein weißes PLA-Filament und ein schwarzes PLA-Filament von Material 4 Print in den Warenkorb geworfen und es konnte losgehen.

Das Paket kam planmäßig, mit einer Laufzeit von 3 Tagen, an einem Freitag. Womit der Zeitplan auch gleich feststand. Am Sonntag wird gedruckt!

Den zahlreichen Teilen lag ein Zettel mit einer Internetadresse bei. Diese führte zu einer sehr detaillierten und wirklich mit zahlreichen Bildern versehenen Bauanleitung auf Englisch. Der Zusammenbau war an zwei Abenden erledigt und stellt einen durchschnittlich begabten Heimwerker mit ein wenig technischem Verständnis vor keine großen Probleme.

Die ein oder andere Kleinigkeit passte nicht ganz oder war für mich nicht ausreichend erklärt. Dank Google und einer starken Community konnte Lösung schnell gefunden werden. Andere hatten die Probleme bereits vor mir. Diese Kleinigkeiten hielten sich aber in Grenzen, ich musste 2 mal außerhalb der Bauanleitung nachschlagen.

Nach dem Zusammenbau folgt das Einstellen des Druckers. Dies ist ebenfalls in der Anleitung erklärt und im Netz gibt es zahlreiche Tipps, wenn es mal henkt.

Am Sonntag wurde auch gedruckt. Die mitbestellten Filamente passen zum Drucker und werden von mir heute noch verwendet. Dem Bausatz liegen aber auch Proben anderer PLA Filamente bei.

Die anfängliche Angst, nur eine handvoll Teile zu drucken und dann keine Verwendung mehr für das Gerät zu haben, hat sich bei mir nicht bestätigt. Inzwischen hat das Gerät gut 400 Bauteile in verschiedensten Größen runter und ich bin zufrieden. Ich drucke überwiegend selbst konstruierte Bauteile, Bauteile die zu teuer sind, Ersatzteil für Spielsachen und Kleinigkeiten für die Kinder.

Meine 3D-Modell erstelle ich mit Open-Source-Produkt  FreeCAD. Mit ein bisschen Geduld und Youtube kommt man schnell zum ersten Modell.

Fazit: Den 3D-Drucker möchte ich auf keinen Fall mehr missen. Er hat mir schon viel Geld gespart (z.B. mein selbst konstruierter Badezimmerschrank) und viele neue Möglichkeiten eröffnet.
Ich würde auf alle Fälle wieder einen Bausatz wählen, denn durch das Zusammenbauen kenne ich meinen 3D-Drucker und finde damit kleine Fehler schneller.

Hier noch ein paar 3D-Modelle von Bauteilen, die konstruiert, gebaut und anschließend verbaut habe.



 

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